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Tipps und Tricks, nicht nur für Banjospieler

(dieser Artikel erschien 1998 im Banjo Podium)

Authentisches Notenmaterial aus der Zeit der frühen Bigbands ist eine einzigartige Quelle für jeden Musiker, der sich ernsthaft mit dieser Musikart beschäftigt. Der Anfänger, insbesondere der Banjospieler hat dabei etliche Probleme zu bewältigen. Ihm soll hier geholfen werden.

Der Zeitraum

Das Notenmaterial, mit dem ich mich mittlerweile seit 15 Jahren in diversen Orchestern befasse, stammt aus der Zeit von 1900 - 1940. Der Schwerpunkt liegt aber ganz klar auf den späten 20er Jahren. Geographisch gesehen stammen die Noten überwiegend aus Amerika und Deutschland. Aber auch England und das übrige Europa sind gut vertreten. Das meiste sind sogenannte Stock-Arrangements, das sind als Massenware verkaufte Druckarrangements, gewissermaßen Standardvorlagen, aus denen sich durch den Einbau von Solochorussen passable Interpretationen eines Stückes schaffen lassen.

Die Stilarten

Dem Zeitrahmen entspricht dann auch die stilistische Spanne, sie reicht vom Ragtime der Jahrhundertwende bis zu deutschen Swingversuchen aus der Nazizeit. Es handelt sich im Wesentlichen um Hot Dance Music, jene lebhafte und jazzige Variante der Tanzmusik, die als musikalische Untermalung für immer neue sportliche Verrenkungen wie Charleston oder Black Bottom diente. Daneben stehen echte Jazzarrangements und Filmmusik. In jedem Fall handelt es sich um Bandarrangements, d.h. die Banjostimme ist Teil eines Gesamtklangs.

Die Motivation

Wie kommt man eigentlich dazu, sich ausgerechnet mit dieser Art von "Klassik" zu befassen? Aus Selbstbeobachtung und Gesprächen mit Kollegen vermute ich, dass wir einen guten Teil der Motivation unserem seit Urzeiten angeborenen Sammeltrieb verdanken. Es macht einfach Spaß, dieselben Notenblätter zu besitzen oder zumindest zu verwenden, vor denen auch schon unsere großen Vorbilder Mike Pingitore oder Harry Reser gesessen haben. Dazu kommt, dass die Stücke, wenn sie von der Band gespielt werden, wirklich genauso klingen wie wir sie von alten Schellacks im Ohr haben. Und Ellingtons East St. Louis Toodle-O in voller Besetzung im Originalarrangement zu spielen ist einfach ein Erlebnis! Neben dieser Suche nach dem Originalklang steht - zumindest bei mir - noch der Anspruch, auf meinem Instrument besser zu werden. Einige Changes habe ich erst auf diesem Weg gelernt, die wären mir als Dixie-Musiker nie in den Sinn gekommen. Und bei dem einen oder anderen kommen vielleicht sogar noch Erinnerungen an den Opa oder Onkel dazu, der auch schon dieses Hobby gepflegt hatte.

Das Ausgangsmaterial

Sun-Uv-Er-Gun (JPG 72k)Was man da als Musiker vorgelegt bekommt, ist allerdings manchmal schon eine Zumutung. Nicht nur, dass selten alle Instrumente in der Mappe enthalten sind. Meist sind die ursprünglich gefalteten Seiten inzwischen auseinander gefallen und völlig zerfleddert. Als Banjospieler hat man ja in der Regel nur 1- 2 Seiten zu ordnen, der arme Pianist muss sich aber mit bis zu 7 Seiten auseinandersetzen. Dann prangen auf den kostbaren Noten diverse Stempel und Nummern früherer Eigentümer. Der Ablauf wurde mehrfach geändert und die neue Spielweise jeweils dick markiert oder ganze Passagen durchgestrichen. Was noch zu lesen ist, braucht keineswegs richtig zu sein, immer wieder tauchen Fehler auf, die beim Kopieren der Noten von der Partitur entstanden sind. Einer unserer Saxofonisten musste sich einmal lange schief anschauen lassen, ehe die Ursache für seine fremdartigen Töne gefunden war: der Verkäufer hatte kurzerhand die fehlenden Teile des Arrangements mit einem anderen(!) Arrangement desselben Stückes aus seinen Beständen aufgefüllt.


und wie man es verbessert

Fehlende Stimmen lassen sich notdürftig aus der hoffentlich vorhandenen Klavierpartitur ergänzen. Besser ist es, von Sammlern oder im Tausch mit Gleichgesinnten Kopien zu besorgen. Die Stücke klingen von einer Photokopie gespielt Gott sei Dank genau so gut wie vom Original. Überhaupt empfehle ich, die Originale mit einem guten Kopierer zu kopieren und danach mit der Kopie zu arbeiten. Nicht nur, dass man dann ungeniert eigene Modifikationen reinschreiben darf, auch die Lesbarkeit der Noten gewinnt durch eine Kopie. Das liegt daran, dass moderne Kopierer die gelblich braunen Farbtöne des alten Papiers einfach nicht wahrnehmen und statt dessen reinstes Weiß reproduzieren. Vor dem Kopieren kann man noch alle mit Bleistift nachträglich angebrachten Bemerkungen aus den Originalen radieren. Tintenspuren und Stempel lassen sich mit Tipp-Ex beseitigen. Auf Ausnahmen von dieser Regel komme ich noch zu sprechen. Die so entstandenen Kopien werden sodann in der richtigen Reihenfolge wieder zu faltbaren Blättern zusammengeklebt, sofern man von Doppelseiten nicht gleich DIN A3 Kopien anfertigen konnte.

Die Notierung für Banjo

Speziell der Banjospieler wird seine Noten in recht unterschiedlicher Form auf dem Pult vorfinden. Der Normalfall sind Noten für das Tenorbanjo. Manchmal steht auch Mandola drüber. Selbst Gitarrenoten mit dem Aufdruck Banjo habe ich schon gesehen. Die aus unseren Harmoniebüchern gewohnte Notierung als Folge von Akkordsymbol (GIF, 3k)Akkordsymbolen (Bb, F7 usw.) war in den frühen Zwanzigern eher die Ausnahme. Harry Reser & Co. waren eben des Notenlesens mächtig. Glücklicherweise finden sich zusätzlich über oder unter den Notenlinien manchmal noch die entsprechenden Symbole für "Legastheniker".

Wer will, kann sich diese selber drüber schreiben, allerdings wird’s dann schon mal eng auf dem Blatt. Aber Vorsicht, selbst die Akkordsymbole heißen nicht immer so wie wir erwarten. Ein Fdim ist z.B. unser F0 und Bbmi oder einfach nur Bb- bedeutet hierzulande B-moll, während Baug unseren H+ Akkord bezeichnet. Was die eigentlichen Noten betrifft: auch die sehen ungewohnt aus. Während es in der Banjoliteratur üblich ist, in Octava zu notieren, sind die Noten des Banjospielers in der Band fast immer klingend notiert und müssen gewissermaßen eine Oktave höher als vom Lehrbuch gewohnt gespielt werden. Genau das ist übrigens gemeint, wenn über den Noten die Anweisung actual pitch steht. Also keine Panik, wenn mal Noten unter dem tiefen C auftauchen, keiner muss deshalb umstimmen. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Akkorde meist nur mit drei Noten ausgeschrieben sind. Das führt nicht selten dazu, dass der Akkord aus dem Notenbild nicht eindeutig zu bestimmen ist. Denn was im folgenden Beispiel aussieht wie ein F7 Akkord, kann ja genauso gut ein C0 oder Eb0 sein. Hier hilft nur, die Bassstimme oder die Pianopartitur zu Rate zu ziehen.

Mehrdeutigkeit (GIF, 2k)

Tipps zur Abfolge

Der Ablauf, d.h. die Reihenfolge, in der die einzelnen Teile des Notenblatts zu spielen sind, ist zumindest in meiner Band ein steter Quell von Fehlern und Missverständnissen. Es ist ja auch nicht einfach, zumal häufig die aufgeschriebene Reihenfolge innerhalb der Band geändert oder umgestellt wird. Dass diese Praxis nicht neu ist, lässt sich unschwer beim Vergleich der Noten mit den alten Einspielungen auf Schellacks nachweisen. Und die erwähnten Anmerkungen der Vorbesitzer auf den Notenblättern belegen das ebenfalls. Trotzdem gibt es ein Standardschema, das in der Mehrzahl der Fälle zutrifft und an dem sich der Einsteiger oder Aushilfsmusiker fürs Erste orientieren kann:

Standardablauf (GIF, 4k)

Nach Intro und Versen werden zwei oder mehr Chorusse wiederholt, ehe mit einem "Special Chorus", meist als rhythmisch variierte Version oder nach einer Modulation in einer anderen Tonart gestaltet, fortgefahren wird. Am Ende angekommen, sind italienische und englische Sprachkenntnisse gefragt. Dal segno once al fine heißt, wir sollen noch mal vom Zeichen weg spielen, aber daran ohne Wiederholung gleich die mit fine bezeichneten Takte anschließen, womit das Stück endet. Als Zeichen für den Rücksprung findet man in der Regel eines der Symbole

, oder

Tipps zum Spielen

Ich gehe mal davon aus, dass die Mehrzahl der Banjospieler nicht in der Lage ist, die erwähnten Noten ohne zusätzliche Akkordsymbole vom Blatt zu spielen. Selbst die Profis die ich kenne, schaffen das allenfalls für Gitarre fehlerfrei. Erste Hilfe sind daher die Akkordsymbole, die man in einer ruhigen Minute anhand der Bassstimme selber herausfinden und eintragen kann. Wo das noch nicht reicht, etwa weil recht ungewöhnliche Synkopen auftauchen, hilft es ungemein, sich das Ganze mal vorspielen zu lassen. Das kann eine Aufnahme desselben Arrangements sein oder eine des Pianofortes kundige Freundin, notfalls tut’s sogar ein Computer. Selbst wenn bei der häuslichen Vorbereitung alles gelang, beim Auftritt droht neues Ungemach. Einmal kurz abgelenkt, schon weiß der arme Musiker nicht mehr, wo in den Noten er sich befindet. Daher sollte man sich angewöhnen, die Griffe "blind" zu spielen, d.h. man sollte die Umsetzung der Noten nicht ständig durch einen Blick aufs Griffbrett kontrollieren müssen. Ein weiterer Trick ist das "Vorauslesen". Dabei hat man immer schon den nächsten oder übernächsten Takt im Blick und weiß somit rechtzeitig, wann ein Sprung auf eine andere Stelle in den Noten kommt und kann nach dem Ziel Ausschau halten. A propos Sprung: Sprungziele wie die oben gezeigten oder fine male ich mit einem Textmarker blau an. Dann sind sie sofort zu sehen. Das sonst übliche Gelb ist wegen der Kunstlichtbeleuchtung auf der Bühne hierfür schlechter geeignet. Handelt es sich um häufig gespielte Stücke oder kommt ein Banjosolo darin vor, empfehle ich, das Stück gleich auswendig zu lernen. So kann man sich nach dem Solo auch mal für den Applaus bedanken und versinkt nicht sofort wieder starren Blicks in den Noten. Ein letzter Tipp für windige Auftritte im Freien: Wäscheklammern! Ein reaktionsschneller Trompeter kann vielleicht seine Noten mit einer Hand festhalten, der Banjospieler muss als "vollbeschäftigter" Musiker rechtzeitig vorsorgen.

Etikette

Charleston (GIF, 28k)Als Bandmusiker steht man nicht alleine. Auch die Aushilfen sind auf Noten angewiesen, mehr noch als der Stammspieler, sie sehen das Stück vielleicht zum ersten Mal und müssen es quasi vom Blatt spielen. Ein paar Dinge gehören daher einfach zum guten Ton, schließlich sind wir ja auch Aushilfe in anderen Orchestern. Dazu zählt in erster Linie, dass alle Abweichungen in die Notenblätter eingetragen werden. Bewährt hat sich dabei, solche Anmerkungen am oberen Rand zu wiederholen, so dass sie schon vor dem Einzählen mit einem Blick erfasst werden können. Beispiele hierfür sind "mit Sänger Chorus 3x", "Breaks nur in Soli" oder "Banjosolo nach Gesang". Auch wenn der Banjoist fließend Noten lesen kann ist es eine schöne Geste gegenüber der Aushilfe, die Akkordsymbole über die Notenlinien zu schreiben. Ein Tipp noch an den Bandleader: das Notenmaterial sollte immer doppelt vorhanden sein, einmal beim Musiker und als Duplikat beim Leiter. So kann im Notfall sogar am Veranstaltungsort noch ein Ersatzmusiker besorgt werden. Es versteht sich, dass auch das Duplikat den aktuellen Stand der Arrangements wiedergeben sollte. Nebenstehendes Beispiel, das neben guten Augen auch eine gehörige Portion Scharfsinn erfordert, fand ich ausgerechnet in der Mappe von Paul Whitemans Banjo-Star Michael Pingitore.


Quellen für Noten

Dass sich authentisches Notenmaterial aus den 20er Jahren nicht mehr im Musikladen um die Ecke findet, dürfte einleuchten. Trotzdem liegt das Gute näher als man denkt. Das Münchner Odeon Tanzorchester beispielsweise verdankt seine Entstehung letztlich dem Entrümpeln eines Dachbodens, was das Notenmaterial eines längst vergangenen Tanzorchesters zu Tage förderte. Daneben sind auch Musikantiquariate ab und zu einen Besuch wert, selbst wenn ein Fund hier eher die Ausnahme ist. Wer das Zeug nicht sammeln sondern nur spielen will, ist natürlich mit Kopien bestens bedient. Die gibt es bei vielen Sammlern und befreundeten Orchestern zum Selbstkostenpreis oder im Tausch gegen eigenes Material.

Wer auf der Suche nach selteneren Exemplaren ist, wird vielleicht in Museen oder Stiftungen fündig. Allerdings wird’s hier gleich offiziell. Auch heute noch gehören die Aufführungsrechte der Stücke irgendwelchen Verlagen und man braucht deren schriftliche Einwilligung, ehe das Museum eine Kopie rausrückt. Unser Schriftwechsel mit diversen Verlagen und der Whiteman Stiftung am Williams College dauerte ein ganzes Jahr, ehe wir Kopien der handschriftlichen Originalarrangements des Paul Whiteman Orchesters von 1927 in Händen hielten.

Alte Noten als Sammelobjekt

Ich hatte oben empfohlen, die Originalnoten vor dem Kopieren zu entflecken und alle Eintragungen zu entfernen. Das gilt unter echten Sammlern natürlich als ungeheurer Frevel. Gerade handschriftliche Eintragungen, möglichst noch mit Bezug auf bekannte Musiker oder Orchester können den Wert eher steigern. Selbst auf unseren Kopien wirkt der Vermerk "Mr. Beiderbecke" am oberen Rand eines Whiteman-Arrangements noch Ehrfurcht gebietend. Und das "Mike" auf meinen Banjonoten zu Side by Side braucht auch kein Tipp-Ex zu befürchten. Dieses Beispiel zeigt übrigens, dass sogar Max Farley, immerhin einer der Arrangeure des Paul Whiteman Orchesters, ganz ungeniert Teile fertiger Stock-Arrangements einsetzte; die brauchbaren Passagen wurden einfach auf das Notenblatt geklebt:

Mehr davon

Erfreulicherweise gibt es mittlerweile zahlreiche Orchester, die "sich zum Ziel gesetzt haben, diese alten Schätze wieder zum Klingen zu bringen" (Auszug aus einem Werbepamphlet). Es sind sogar so viele, dass meine Liste mit Sicherheit völlig unzureichend ist. (Ich bin für jeden Hinweis auf andere Orchester dieses Genres dankbar: )

Alleine im bairischen Raum sind das

  • das Deep Henderson Orchestra, eine wechselnde Besetzung um den Trompeter und Notensammler Wolfgang Bojer
  • das Odeon Tanzorchester, eine ziemlich professionelle Band mit Film- und Tanzmusik vorwiegend deutscher Provenienz, die 1x im Monat in der Post in Pasing zum Tanz aufspielt.
  • die New California Ramblers, einst von Ex-Musikern des Odeon Tanzorchesters gegründet, die sich mehr auf Jazz und amerikanische Hot-Dance Music konzentrieren wollten. Die NCR sind zur Zeit etwas leblos, wir alle hoffen aber, sie irgendwann reanimieren zu können. 
  • die Veterinary Street Jazzband, eine auch kommerziell sehr erfolgreiche Jazzband, deren Gründer Hans Reidel ein eifriger Notensammler ist. Die VSJB spielen jeden Donnerstag im Gasthaus zum Isartal.
  • die Tanzharmonie aus Neumarkt/St. Veit, eine junge und begeisterte Band mit hauptsächlich deutschem Repertoire, das sie sehr stilsicher vortragen.
  • das Jungle Orchestra aus Würzburg, mit einem kenntnisreichen Essay über Duke Ellington auf ihrer Webseite. Dass sie ohne Banjo spielen ist mir allerdings völlig unverständlich. Doch Hoffnung ist in Sicht: seit 2015 besitzt der Schlagzeuger ein Plektrumbanjo!
  • Nicht weit davon, in Erlangen/Nürnberg spielt seit 1990 K.B.'s Jungle-Band, eine klassische 11+1 Besetzung im frühen Bigband Stil der Jahre 1926-1932. Die spielen mit Banjo, na also. 
  • das Grammophon-Orchester Regensburg, unterstützt von einer schottischen Sängerin widmet es sich den Klängen der 20er bis 40er Jahre.

Im restlichen Deutschland sind mir bekannt

  • das Undecided Orchestra in Braunschweig wurde 1981 von dem Saxofonisten Axel Schwedhelm gegründet und ist, wie mir Axel versicherte, nach wie vor voll bei der Sache.
  • Rolf Koschorrek aus Bad Bramstedt, von 1985 bis 1996 Trompeter des Undecided Orchestra, leitet heute die Louisiana Syncopators in Hamburg. 
  • die Savannah Syncopators von Trompeter Rod Mason aus Düsseldorf.
  • das Palast Orchester Berlin, die Begleitband des Medienstars Max Raabe.
  • das Bohème Orchester aus Schwerte/Ruhr, das im April 2007 sein 10-jähriges Jubiläum feiert.

In Europa tummeln sich

  • das Pasadena Roof Orchestra, in den 70er Jahren die Vorreiter des Hot-Dance Revivals.
  • das Original Syncopated Orchestra Prague, geleitet von seinem Trompeter Pavel Klikar, ist vielleicht das beste und "echteste" der heutigen Orchester. 
  • Ondrej Havelka, ehemals Sänger des OPSO; er tourt heute mit seiner eigenen Band im Stil der 30er Jahre, den Melody Makers
  • Keith Nichols, Arrangeur, Pianist und Posaunist mit diversen eigenen Gruppen. Keith wohnt in London.
  • John C. Hallam, Museumsdirektor, Notensammler und Leiter der Sweet and Hot Orchestra in England.
  • Das Jumpin' Jazz Ballroom Orchestra aus Italien, angeblich mit Italiens bestem Banjospieler. 

Aus Übersee grüßen

  • Vince Giordano, ein bekannter und sehr kompetenter Sammler und Baß-Saxophonist mit seinen Night Hawks aus New York, USA. Von Vince stammen meine Originalnoten.
  • Charles Anderson aus San Diego in Kalifornien, glücklicher Besitzer einer Sammlung von ca. 7500 Stücken, stellte Kopien seiner Schätze als Fake-Book zur Verfügung. Interessenten wenden sich bitte in ordentlichem Englisch an Jim Jones von YesterTunes, der nach Chucks Tod 2001 die gesamte Sammlung übernommen hat.
  • das San Francisco Starlight Orchestra, das sich speziell die Ballroom Musik der 20er Jahre auf die Fahnen geschrieben hat.
  • das Royal Society Jazz Orchestra von Don Neely, ebenfalls aus San Francisco
  • das Australian Cotton Club Orchestra, Melbourne, die erste Adresse für Hot Dance Music "down under".

Literatur

Es gibt eine ganze Menge Bücher zum Thema Jazz und Hot Dance Music. Ganz einfach deshalb, weil alle großen Jazzmusiker jener Zeit sich in solchen Orchestern ihren Lebensunterhalt verdienten. Man muss also nur noch die Biographien und Diskographien der richtigen Musiker finden. Eine Rundreise zu den Buchläden der näheren und ferneren Umgebung dürfte wenig zutage fördern, die meisten Bücher sind in Amerikanisch. Ich habe meine Bücher daher fast alle im Versandhandel von Norbert Rücker besorgt, der sich auf Jazzliteratur spezialisiert hat (Jazz Records, Tel. 06082/688, der Mann verdient die Werbung!). Um euch die eigene Auswahl zu erleichtern habe ich mal meine Bücher kurz charakterisiert:

Titel Autor Inhalt
Swing that Music Louis Armstrong Autobiographie, geschrieben 1936. Auf sein Image bedacht, versucht Satchmo nachzuweisen, dass er schon immer Swing gespielt hat, worunter die Wahrheit gelegentlich leidet.
Tram; the Frank Trumbauer Story Phil Evans, Larry Kiner, Bill Trumbauer Biographie, zusammen mit Trams Sohn geschrieben, mit vielen Erinnerungen an Bix Beiderbecke und Paul Whiteman. Sehr teuer aber auch sehr wertvoll.
Pops; Paul Whiteman, King of Jazz Thomas DeLong Paul Whiteman und sein Traum, Jazz mit Klassik zu einer neuen amerikanischen Musik zu verbinden. Viele nette Details und Anekdoten, auch über die bei ihm beschäftigten Musiker. Unbedingt lesen!
American Musician in Germany, 1924 - 1939 Danzi, Michael, as told to Rainer E. Lotz Schön geschriebenes Buch über ein Musikerleben, das zum großen Teil im Berlin der Vorkriegsjahre spielt.
Jazz, wir nannten's Musik Eddie Condon Wie Eddie im Alleingang den Jazz salonfähig machte. Amüsant geschrieben, viele gute Sprüche. Das Original erfordert gute Amerikanisch-Kenntnisse
Chicago Jazz; a cultural history, 1904-1930 William Howland Kenny Hier ist nicht die Musik das Thema sondern das soziologische und geographische Umfeld1.
1
Mit den bei Soziologen beliebten, zahlreichen Anmerkungen
Back Woods Jazz in the Twenties Peg Meyer Vom abenteuerlichen Leben völlig unbekannt gebliebener früher Jazzer in Missouri. Interessant, weil es damit irgendwie aus unserer Sicht geschrieben ist.
King Oliver Walter Allen, Brian Rust, Laurie Wright Eine genaue und vollständige Biographie von Oliver. Umfasst sogar die Identifizierung der Solisten in Olivers Aufnahmen und seine Tourneepläne.
Twenty years on wheels Andy Kirk, as told to Amy Lee Der schwarze Tubaspieler und Bandleader erzählt sein Leben und die Geschichte seiner Clouds of Joy. Interessant als Kontrast zu Biographien weißer Musiker.
Thirty years with the Big Bands Arthur Rollini Das Profileben eines typischen Bandmusikers, u.a. in den Orchestern von Benny Goodman und Paul Whiteman.
The wonderful era of the great dance bands Leo Walker Hier sind sie alle beieinander. Unglaublich viel Material und Fotos im Großformat. Ein Schnäppchen!
Negro Bands on Film, Vol. 1, Big Bands 1928 - 1950 Dr. Klaus Stratemann Zum Nachschauen, ob sich ein im Programm angekündigter Film aufzunehmen lohnt. Auch in idiotischen Liebesschnulzen verbirgt sich manch gute Jazzszene.
McKinneys Music John Chilton 68 Seiten Bio- Diskographie über McKinney's Cotton Pickers, 1928-1930 eine der fetzigsten Bands
Black Beauty, White Heat: A Pictorial History of Classic Jazz, 1920 - 1950 Frank Driggs & Harris Lewine Prachtvolle Sammlung alter Fotografien. Nicht nur die bekannten Gesichter, auch unzählige unbekannte Bands werden gezeigt, zusammen mit ihren Wirkungsstätten. Interessant auch die unterschiedlichen Sitzordnungen auf der Bühne.
Jazz Records, 1897 - 1942 Brian Rust Die Bibel für Jazz auf Schellacks. 2 Bände, knapp 2000 Seiten, das sagt alles.

Links im Internet

Ich hab's oben angedeutet, auch die alte Ballroom Musik ist im Internet vertreten. Hier eine Auswahl, die meisten mit Linklisten, die Zugang zu weiteren mit unserer Musik verbundenen Themen wie Bands, Auktionen von 78er Platten, Sammler-Clubs, usw. bieten: